Pharma bleibt, Stulln kommt

Der Neue Tag: Die Pharma Stulln erweitert in Pfreimd: Das Unternehmen hat die Halle am Kalvarienberg gekauft, in der zuletzt die pharmazeutische Großhandlung Noweda untergebracht war...

Pfreimd/Stulln. (ch) Der Eigentümer wechselt, das künftig gelagerte Gut ähnelt sich: Die Großhandlung "Ebert und Jakobi Finze" unter dem Dach der Noweda belieferte von der Halle nahe der Autobahnauffahrt Pfreimd Apotheker in der Region mit Medikamenten. Ende des vergangenen Jahres stellte die Genossenschaft Noweda den Betrieb hier ein (wir berichteten). Nun hat die Pharma Stulln das Gelände samt Halle gekauft, das sich im Eigentum der Familie Finze befand. "Im ersten Schritt werden wir hier Arzneimittellager und Versand unterbringen", sagte Pharma-Stulln-Geschäftsführer Dr. Karl Luschmann den Oberpfalz-Medien.

Apotheken, Kliniken und auch das internationale Geschäft sollen von hier aus beliefert werden. Dass hier bereits Arzneimittel lagerten, macht zumindest den bürokratischen Aufwand geringer, gab Luschmann zu verstehen.

Erweiterung nötig
Sein Unternehmen braucht dringend Platz. "Wir werden augh in Stulln erweitern", sagt Luschmann. Aktuell beschäftigt die Pharma Stulln rund 250 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 33 Millionen Euro. Der Exportanteil lag laut Jahresabschluss bei knapp 45 Prozent. Zur Höhe der Investitionen für die Halle wollte Luschmann keine Angaben machen. Zunächst wird in der Halle noch umgebaut. Büroräume und Lagerfläschen den Ansprüchen angepasst. Drei bis 5 Leute sollen hier beschäftigt sein. Erst einmal sollen hier laut Luschmann Produktionsgüter angeliefert und gelagert sowie die fertigen Produkte ausgeliefert werden. Die Logistik zwischen Stulln und Pfreimd werden Lkw übernehmen. Ziel sei, später in Pfreimd den Versand zu konzentrieren und die Anlieferung der Produktionsgüter wieder in Stulln zu erledigen.

"Das ist relativ schnell gegangen", sagte Luschmann zum Kauf der Halle. Nach Informationen der Redaktion hatte auch eine am Kalvarienberg ansässige Spedition Interesse an dem Gelände. Aus dem Geschäft wurde aber nichts. Die Spedition hat einen Teil der ehemaligen Noweda-Freifläche gemietet. Das dürfte so bleiben, erklärte Luschmann.

Die Pharma Stulln produziert vor allem Augentropfen, aber auch Inhalationslösungen oder Nasensprays und füllt Sie unter sterilen Verhältnissen vor allem in Ein-Dosis-Behältnisse. Pharma Stulln übernimmt in Lohnproduktion auch die Produktion von Medikamenten anderer Hersteller, nach eigener Darstellung von der galenischen Entwicklung - Galenik ist die Lehre von der Zusammensetzung und Herstellung von Arzneimitteln - über die Herstellung und Abfüllung bis zu Konfektionierung des Arzneimitteln. Auch in Lizenz werden Produkte bekannter Pharma-Unternehmen gefertigt.

Wurzeln in der VAW
Die Wurzeln der Pharma Stulln liegen in der VAW Stulln. Nach einem Management Buy Out 1993 wurde 2002 die neue Produktionsstätte in Stulln in Betrieb genommen. Erweiterungen folgen. Seit 2015 läuft eine vollautomatische Produktions- und Konfektionierungslinie.

 (Bild: Hösamer)